eForum zeitGeschichte 1/2005

"Österreich ist frei!"

Innenansichten in Konzeptionen und Rezeption der Schallaburg-Ausstellung 2005

von Wolfram Dornik und Peter Fritz

Für das Jahr 2005 wurden vielfältige Pläne zur Darstellung von "Geschichte" und öffentlicher Inszenierung von Geschichte entwickelt: Ausstellungen, Filme, Dokumentationen, Publikationen, Interventionen im öffentlichen Raum und viele andere Veranstaltungen. Für das Schloss Belvedere war eine Ausstellung zur Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert (vom Ersten Weltkrieg bis zum Beitritt zur EU) mit einem Fokus auf Wirtschaft, Politik und Kultur in Angriff genommen worden; die Regionalmuseen konzipierten Ausstellungen zum jeweiligen räumlichen Kontext mit Schwerpunkt auf Alltagsgeschichte; die Spezialmuseen und Institutionen konzentrierten sich im Jubiläumsjahr auf ihre Kernthemen (z. B.: Technisches Museum Wien, Jüdisches Museum Wien, Staatsoper, Österreichisches Staatsarchiv usw.).

Nachdem 2003 die Bundesregierung von einer geplanten zentralen Staatsvertrags-Aus-stellung in Wien abgerückt war, ergriff das Land Niederösterreich die Initiative und veranstaltete im Ausstellungs-Zentrum der Schallaburg mit "Österreich ist frei!" Der österreichische Staatsvertrag 1955 (15. April bis 1. November 2005) die zentrale Staatsvertrags-Schau. Dargestellt wurde die Geschichte Österreichs von der Befreiung von der NS-Herrschaft durch die Alliierten bis zum Abschluss des österreichischen Staatsvertrages von 1955. Der Grazer Historiker Stefan Karner wurde mit der wissenschaftlichen Leitung beauftragt, das von ihm geleitete "Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung" (BIK) sorgte für die inhaltliche Ausrichtung.

"Österreich ist frei!" Um die Fokussierung auf die Inszenierung des Staatsvertrages zu relativieren, wurde der 50. Jahrestag der Rückkehr der österreichischen Delegation aus Moskau, der 15. April, als Tag der Eröffnung der Ausstellung gewählt. Zugleich symbolisiert der 15. April die öffentliche Bekanntmachung des Durchbruchs in den Staatsvertragsverhandlungen (Julius Raab: "Wir werden frei sein"). Am 15. Mai selbst fanden auf der Schallaburg keine großen öffentlichen Events statt. Als größte Begleitaktivität wurde Ende April vom BIK eine internationale wissenschaftliche Konferenz zur sowjetischen Besatzungszone und zu den Staatsvertragsverhandlungen veranstaltet.1 Dadurch sollte eine Entmythologisierung des Staatsvertrages erreicht werden - quasi: wissenschaftliche Nüchternheit vs. "Reblaus-Mythos".

Interaktion und Partizipation

Das Programm der Ausstellung wurde als ein moderner Beitrag zur Darstellung der Geschichte der Zeit 1945 bis 1955 konzipiert: Vielfalt an Stelle von unreflektierten Jubelfeiern. Eine Beschäftigung mit der Verdrängungsgeschichte war dabei ebenso wichtig wie eine Darstellung der oft vernachlässigten internationalen Verflechtung der Staatsvertragsverhandlungen oder der wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs. Es sollte eine Schau mit Ecken und Kanten sein, die historische Kontinuitäten und Brüche aufzeigt. Aus wissenschaftlicher Sicht wurde dies durch den Einbau neuerer Quellen aus eben erst geöffneten russischen Archiven beziehungsweise des neuesten Standes der Forschung zur sowjetischen Besatzung in Österreich und zu den Staatsvertragsverhandlungen versucht.2

Abb. 1: Vitrine mit den Holzschuhen eines Zeitzeugen
 

Über Kopfhörer ist die Geschichte hinter diesem Exponat zu hören, sie wird vom Zeitzeugen selbst erzählt: Die Schuhe begleiteten ihn 1945 auf seinem Weg aus der Kriegsgefangenschaft in Frankreich nach Österreich.

Foto: BIK, Graz
Zur Darstellung der Alltagsgeschichte wurde auf die am BIK schon mehrmals erfolgreich durchgeführte Methodik einer öffentlichen Sammelaktion zurückgegriffen.3 Die Bevölkerung wurde via Presse, Radio und Fernsehen österreichweit aufgerufen, persönliche Erinnerungen und Exponate über die Zeit vom Kriegsende bis zur Unterzeichnung des Staatsvertrages "abzugeben". Rund 1.000 Personen meldeten sich, über 7.000 Objekte wurden angeboten - das übertraf die Erwartungen bei weitem. Mit diesem Element der Interaktion erhielten die Ausstellungsmacher nicht nur tausende Exponate, sondern vor allem einen äußerst breiten Einblick in die "Geschichte von unten",4 in die erlebte Geschichte der Zeitzeugen - und vor allem in die erinnerte und rückbezüglich konstruierte Geschichte der Menschen.

Weiters war das BIK Anlaufstelle für Medien (Medienservice), Vermittlung von Zeitzeugen für Schulen (in Zusammenarbeit mit dem Projekt www.oe2005.at) sowie für allgemeine historische Anfragen. Im Rahmen der Berichterstattung über das Jubiläumsjahr wurden verstärkt Suchanfragen nach Vermissten des Zweiten Weltkrieges an das BIK herangetragen (über 70.000 Österreicher gelten bis heute als vermisst).

Aufbrüche und Ausblicke

Die inhaltlichen Vorarbeiten wurden unter Beteiligung von rund 60 wissenschaftlichen Mitarbeitern im ersten Halbjahr 2004 getroffen.5 Darauf aufbauend folgte die Darstellungs- und Umsetzungsarbeit in einem wechselseitigen Dialog: wissenschaftliche Ausstellungsleitung (BIK) - Architekten-Team (architects-pla.net: Gerhard Abel, Paul Linsbauer und Martina Püringer) - Grafiker-Team (Richard Ferkl, Angela Althaler und Christian Kronaus). Im Mittelpunkt dieses Prozesses stand die Darstellung der komplexen historischen Zusammenhänge. Diese galt es so herauszuarbeiten, dass sich die Zeitzeugen darin wiederfinden, den Nachgeborenen diese Zeit erfahrbar gemacht wird und die Ausstellung wissenschaftlich fundiert ist.

Abb. 2: Innenraum der Opfergedenkstätte
 

Die in Gruppen angeordneten Figuren symbolisieren die NS-Opfergruppen (Juden, Homosexuelle, politisch Verfolgte usw.). Einmal am Tag fällt auf jede der Figuren ein Lichtstrahl - somit soll ihnen symbolisch ihre Individualität zurückgegeben werden.

Foto: Gerhard Abel, Wien
Abb. 3: Blick in die Ausstellungsräume
 

Die geknickten Wände sollen eine Tunnelsituation erzeugen. Die Aufbrüche stellen die Handlungsspielräume dar, die im Laufe der Jahre bis 1955 schrittweise weiter und offener werden.

Foto: BIK, Graz
Besonderes Augenmerk wurde auf die Kontextualisierung der historischen Prozesse gelegt: so etwa der "Stunde-Null"-Geschichtsschreibung6 entgegenzutreten und das Epochenjahr 1945 mit seinen Brüchen und Kontinuitäten darzustellen. Davon ausgehend wurde folgende Gliederung entwickelt: Die Gedenkstätte für die NS-Opfer im Hof und das Raumerlebnis "Krieg" sollten in die Situation der Menschen in Österreich im Frühjahr 1945 einführen. Die Ausstellung selbst war dreigeteilt: Der erste Teil war dem Jahr 1945, der letzte 1955 gewidmet. Der mittlere Teil der Ausstellung zeigte über thematische Längsschnitte Alltag, Wirtschaft, Soziales, Sport, Kultur und Politik der Jahre 1945 bis 1955. Innerhalb dieser Themenblöcke der Ausstellung wurde immer wieder versucht, die österreichische Situation in die übergeordnete internationale Ebene einzubetten - den Ausstellungsbesucher über den eigenen (österreichischen) Tellerrand hinaus blicken zu lassen.

Mit architektonischen und grafischen Metaphern und Codes wurden die inhaltlichen Aussagen verstärkt. Ein Beispiel: Die Handlungsspielräume der österreichischen Politik, Wirtschaft und Bevölkerung in den ersten Monaten nach dem Kriegsende - vor allem bis zum Zweiten Kontrollabkommen - können als eingeschränkt und begrenzt beschrieben werden. Die Regelungen im Zonen- und im Ersten Kontrollabkommen wurden schrittweise abgeschwächt. Diese historische Situation "übersetzten" die Architekten als Tunnel, der durch einzelne Aufbrüche und "Lichtblicke" (= Handlungsspielräume) unterbrochen wurde. Diese Aufbrüche werden auf dem Weg zum Staatsvertrag hin immer häufiger, die "Tunnel-Wände" weniger - die Freiheit, selbständig zu handeln und zu agieren, wurde immer breiter und offener. Am Ende stand nur noch eine wesentliche Einschränkung: der "Eiserne Vorhang". Diese Tunnel-Metapher wurde von den Besuchern auch als solche verstanden. Viele fühlten sich in den ersten Räumen sehr unwohl und brachten dies während oder nach der Führung beziehungsweise dem Besuch der Ausstellung zum Ausdruck. Zusätzlich wurde das durch die Tunnel-Architektur entstandene überhängende Wandelement für die Einbettung der internationalen Geschichte in die Ausstellung verwendet. Damit sollte eine Grundaussage der Ausstellung unterstrichen werden: Die Geschichte der Entwicklung des Staatsvertrages ist keine "österreichische Heldensaga", sondern eine komplexe historische Entwicklung im Kontext des beginnenden Kalten Krieges und der Folgen seiner Militarisierung (etwa im Korea- und Indochina-Krieg, in der Berlin-Blockade usw.).

Das von den Zeitzeugen so wahrgenommene lange "Warten" auf den Staatsvertrag wurde mit Hilfe eines "Warteraums" anschaulich gemacht. In diesem "Warteraum" wurden als Metapher für die vielen "Stationen" bis zum Abschluss des Staatsvertrags auf einem Fahrplan die 260 Verhandlungsrunden und die diplomatischen Positionswechsel der Alliierten verzeichnet. Die Besucher konnten diesen Fahrplan studieren und "mit warten". Dabei wurde etwa erstmals gezeigt, warum 1949 der praktisch fertig ausverhandelte Staatsvertrag nicht abgeschlossen werden konnte.7

Inszenierung und Wissenschaftlichkeit

In der Ausstellung wurde versucht, Geschichte mit Hilfe von Installationen und interaktiven Bereichen erfahrbar zu machen. Dadurch sollte die Partizipation der Besucher angeregt werden. Diese Möglichkeiten wurden ganz besonders im museumspädagogischen Programm für die unterschiedlichen Altersgruppen eingesetzt. So war es den Kulturvermittlern mit altersspezifisch angepassten Führungen möglich, auch Volksschulklassen einzelne Teile der Ausstellung zu vermitteln. Hinzu kamen eigens für die Ausstellung aufbereitete Hilfsmittel für Kinder und Jugendliche: ein Österreich-Puzzle mit den Zonengrenzen, ein Identitäts-Ausweis zum Selbstausfüllen und so weiter. Ein Highlight für Kinder und Jugendliche war etwa der Nachbau eines der beiden Flugzeuge vom Typ "Iljuschin", mit dem die österreichische Delegation im April 1955 nach Moskau geflogen wurde.

Gezeigt hat sich, dass der Grad des Interesses und der Partizipation von Kindern und Jugendlichen stark von der Vorbereitung - vor allem in der Schule - oder vom jeweiligen Privatinteresse abhängig ist. So überraschte etwa eine Volksschulklasse aus Wien: Die Kinder kannten die wichtigsten Opfergruppen im Nationalsozialismus, sogar einzelne zeitgenössische Politiker waren ihnen ein Begriff. Die Klasse war von ihren zwei Lehrerinnen intensiv auf den Ausstellungsbesuch vorbereitet worden. Diese Volksschulklasse entsprach nicht der Regel, es wurde aber deutlich, dass Kinder bei dementsprechender Vorbereitung und nach Altersgruppen ausdifferenzierten Führungen einen großen Mehrwert aus dem Besuch der Ausstellung ziehen konnten.

Um eine solche Vorbereitung zu erleichtern, wurden im Rahmenpaket rund um die Ausstellung ein Unterrichtsleitfaden8 und eine Website (www.oesterreichistfrei.at) gestaltet. Der Unterrichtsleitfaden ist ein 20 Seiten umfassendes Heft, in dem die wichtigsten Stationen der Geschichte von 1945 bis 1955 dargestellt werden. Unterstützend vermittelt die Website wichtige Basisinformationen: Einzelne interessante Exponate und Dokumente werden beschrieben, eine Chronologie listet die wichtigsten historischen Daten auf, in einem Lexikon werden die handelnden Personen mit Kurzbiografien präsentiert sowie Begrifflichkeiten abgeklärt.

Bei Zeitzeugen erregten die Inszenierungen teilweise sehr starke Emotionen: das Gefühl der Befreiung von NS-Herrschaft und -Verfolgung durch die Alliierten; die ungewissen Stunden im Bunker oder im Keller; die Erfahrungen als Soldaten oder Kriegsgefangene; Vergewaltigungen, Unsicherheit und Plünderungen zu Kriegsende; das Gefühl, durch "fremde Mächte", besetzt worden zu sein; der von 1945 bis 1949/50 in weiten Teilen der Bevölkerung - vor allem der Arbeiterschicht in den Städten - erlebte Hunger mit all seinen Folgeerscheinungen (Mangelküche, Ersatzstoffe, Schwarzmarkt, Lebensmittelkarten, "Lebensmittelprostitution", internationale Spenden, Lohn-Preis-Schere usw.); die Hilfe durch die Alliierten (sowjetische Lebensmittelspenden 1945, CARE-Pakete, UNRRA-Hilfe, Marshall-Plan usw.); Freude über den Staatsvertrag beziehungsweise den Abzug der Truppen. Häufig kam es zu unmittelbaren Reaktionen der Zeitzeugen auf die Ausstellung: Zum Beispiel kam die Situation bei einem Zonenübertritt, das Plündern und "Hamstern" zu Kriegsende (die wichtigste Form der Überlebenssicherung für Städter) oder ein Erlebnis mit einem Besatzungssoldaten (vor allem der erste Kontakt, Geschenke, Übergriffe oder auch Liebesbeziehungen) zur Sprache. Aufsichtspersonal und Kulturvermittler wurden häufig in Gespräche verwickelt. Am BIK langten 2005 immer wieder Anfragen bezüglich Hilfe bei der Suche nach ehemaligen Besatzungssoldaten oder andere Rückmeldungen zur Ausstellung ein. Manchmal betonten Zeitzeugen in solchen Gesprächen, dass es so nicht gewesen wäre, und erzählten ihre subjektiven Eindrücke. Hierbei wird die Perspektivität von Geschichte deutlich.

Abb. 4: Der "virtuelle" Staatsvertrag

 

Eine der beiden Computerkonsolen, mit deren Hilfe die Besucher den Text des Staatsvertrages "durchblättern" und lesen konnten.

Foto: BIK, Graz
Beim Staatsvertrag selbst wurde deutlich, dass bei den Menschen weniger der konkrete Inhalt des Dokuments im Zentrum steht als vielmehr der dadurch erreichte Abzug der alliierten Truppen. Die wenigsten kennen mehr als die Siegelseite des Vertrages. Die in vielen Punkten bis heute sehr kritischen Elemente (beispielsweise die Artikel 7 oder 23) sind vielen in ihrem Inhalt und ihren Konsequenzen nicht bekannt. Manche glauben auch, dass die Neutralität Teil des Staatsvertrages ist - diese war aber lediglich eine Vorbedingung und wurde formal freiwillig vom österreichischen Parlament nach Abzug der alliierten Truppen aus Österreich beschlossen. Aus diesem Grund wurde der Staatsvertragstext in Form eines "virtuellen" Staatsvertrages in die Ausstellung aufgenommen. Die Besucher konnten auf zwei Monitoren den deutschsprachigen Teil des Dokuments Seite für Seite durchblättern.

Zusätzlich wurden die Folgen des Staatsvertrages erläutert, etwa die bis heute nicht vollständig umgesetzten Teile zu den Minderheitenrechten für Slowenen und Kroaten (Artikel 7, Ortstafelstreit); die ebenfalls nur bedingt umgesetzte Rückgabe von "arisiertem" Vermögen und Eigentum (Artikel 22, 25 und 26); die Verdrängung der Mitverantwortung am Nationalsozialismus bis in die 1980er Jahre, die durch die Streichung der Mitverantwortungsklausel aus der Präambel fundiert wurde; die Kosten des Staatsvertrages (finanzielle Leistungen und Warenlieferungen vor allem für das ehemalige "Deutsche Eigentum").

Resümee

Die Herausforderung - das Spannungsfeld zwischen erlebter Alltagsgeschichte und der wissenschaftlich fundierten Darstellung nationaler sowie internationaler Vorgänge - scheint geglückt zu sein. Diesen Rückschluss legen zumindest die Besucherzahlen (über 220.000), die durchwegs sehr positiven Rückmeldungen während/nach Besuch der Ausstellung und die Einträge in die Gästebücher nahe. Auch von der Wissenschaft wurde die Ausstellung weitgehend positiv bewertet. Zur langfristigen Dokumentation der Ausstellung wird zudem eine DVD herausgegeben.


1Dabei wurden die Ergebnisse des internationalen Forschungsprojekts "Die Rote Armee in Österreich" vorgestellt.
2Siehe dazu: Stefan Karner, Barbara Stelzl-Marx (Hg.), Die Rote Armee in Österreich. Sowjetische Besatzung 1945-1955, Beiträge. Graz-Wien-München 2005; Stefan Karner, Barbara Stelzl-Marx, Aleksandr Tschubarjan (Hg.), Die Rote Armee in Österreich. Sowjetische Besatzung 1945-1955, Dokumente. Krasnaja Armija v Avstrii. Sovetskaja okkupacija 1945-1955, Dokumenty, Graz-Wien-München 2005.
3So wurde von Stefan Karner beispielsweise für die Ausstellung auf Burg Schlaining 1985 bzw. vom BIK für die Schallaburg-Ausstellung 1995 oder für das Forschungsprojekt "Die Rote Armee in Österreich" 2001/2002 eine Sammelaktion in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland durchgeführt. Dabei konnten unzählige Kontakte mit der Bevölkerung hergestellt werden, viele interessante Einzelschicksale und Erzählungen zu Tage befördert und Dokumente gefunden werden. Erfolgreich angewandt wurde diese Methode auch von den Organisatoren der Ausstellung "Berg der Erinnerungen" in Graz anlässlich des europäischen Kulturhauptstadtjahres 2003.
4Siehe dazu beispielsweise: Hubert Ch. Ehalt (Hg.), Geschichte von unten. Fragestellungen, Methoden und Projekte einer Geschichte des Alltags. Wien-Graz 1984.
5Siehe zu den Mitarbeitern und ihren Beiträgen: Stefan Karner, Gottfried Stangler (Hg.), "Österreich ist frei!". Der Österreichische Staatsvertrag 1955. Beitragsband zur Ausstellung auf Schloss Schallaburg 2005. Unter Mitarbeit von Peter Fritz und Walter M. Iber, Horn-Wien 2005. Diese Publikation versteht sich als wissenschaftlicher Begleitband und nicht als Katalog zur Ausstellung.
6Siehe zur Debatte um die "Stunde Null" beispielsweise: Thomas Albrich, Holocaust und Schuldabwehr. Vom Judenmord zum kollektiven Opferstatus, in: Rolf Steininger, Michael Gehler, Österreich im 20. Jahrhundert. Ein Studienbuch in zwei Bänden, Band 2, Wien-Köln-Weimar 1997, S. 39-106. Gerald Stourzh, 1945 und 1955: Schlüsseljahre der Zweiten Republik. Gab es die Stunde Null? Wie kam es zu Staatsvertrag und Neutralität?, Innsbruck-Wien 2005.
7Auf der Pariser Konferenz 1949 werden weitestgehende Übereinstimmungen erreicht. Die Sowjets sind intern bereit zum Abschluss des Vertrages. Es wird auf der Konferenz vereinbart, über den Sommer hinweg den Vertrag unterschriftsreif zu machen. Zu dem Zeitpunkt (Ende Oktober 1949), als sich die USA durchringen konnten, den Staatsvertrag abzuschließen, hatte sich die weltpolitische Lage für die Sowjets dahin gehend geändert, dass der Abschluss nun nicht mehr im Interesse Stalins war. Vgl. dazu vor allem die Arbeiten von Peter Ruggenthaler im bereits oben zitierten Band 1: Die Rote Armee in Österreich, sowie in: Karner, Stangler (Hg.), "Österreich ist frei!".
8Dieser Unterrichtsleitfaden wurde vom BIK erstellt und in einer Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur sowie dem Land Niederösterreich an österreichischen Schulen verteilt: "Österreich ist frei!". Der österreichische Staatsvertrag. Ein Unterrichtsleitfaden. Wissenschaftliche Leitung: Stefan Karner. Redaktion: Wolfram Dornik, Peter Fritz, Graz-Wien-St. Pölten 2005.